Mediale Lebensberatung

Christa Schneider

Der Körper und die Karmagesetze

Es ist nicht leicht zu verstehen, warum ein Mensch mit einer Erbkrankheit leben muss, während ein anderer sein ganzes Leben für die verschiedensten Krankheiten anfällig ist, und ein weiterer vor Gesundheit nur so strotzt. Bei jedem kann sich eine Krankheit unterschiedlich auswirken. Vielleicht liegt bei dem einen der Schwerpunkt mehr auf der körperlichen Ebene, während bei einem andern die seelische Ebene mehr betroffen ist.

Wie die Meister aus der geistigen Welt sagen, geschieht nichts, was nicht geschehen soll. In diesem Sinne ist es kein Zufall, wie krank oder gesund wir sind. Vielleicht sollten wir jedoch wissen, dass es sehr unterschiedliche Schwingungen und Rhythmen in der Schöpfung gibt. Nicht nur, dass der Geist viel feiner und schneller schwingt als unser Denken, dieses ist wiederum sehr viel schneller als unser Körper.

Die mentalen und emotionalen Muster und Neigungen, die wir aus früheren Leben mitbringen, haben einen direkten Einfluss auf die Auswahl unserer physischen Eltern und die Ausbildung unseres Körpers bei der Inkarnation. Diese unterschiedlichen feinen Schwingungen wirken sich schon während der Entstehung des Körpers auf den Energiefluss in unseren feinstofflichen Energiekanälen, den Meridianen, aus. Diese wiederum hängen eng mit unserer psychischen Disposition und der Funktionsfähigkeit unserer Organe zusammen.

Die positive Beeinflussung unserer Gesundheit und unseres Karmas muss ebenfalls auf der geistigen und feinstofflichen Ebene beginnen. Unser Körper reagiert jedoch im Gegensatz zu unserem Denken sehr langsam. Diejenigen, die mit positiven Affirmationen arbeiten, wissen, dass positive Gedanken eine gewisse Zeit benötigen, ehe sie sich im Körper manifestieren.

Nehmen wir als Beispiel eine Entspannungsübung. Wir sitzen oder liegen bequem und sagen innerlich zu uns, „ich bin völlig entspannt“. Vielleicht werden die Muskeln unserer Beine und Arme zucken, als wollten sie sagen, „das stimmt gar nicht, wir sind unruhig.“ Erst wenn die Entspannungsübung regelmässig wiederholt wird, lernt unser Körper, sich unseren Gedanken und unseren Wünschen unterzuordnen. Wir konditionieren uns und unseren Körper, so dass wir uns auf Wunsch sehr schnell entspannen können.

Was im Positiven eingeübt werden kann, geschieht leider auch im Negativen. Nur, dass wir vieles Negative fast nicht zu lernen brauchen, weil wir es schon durch viele Leben praktiziert haben. Wir geben gerne unserer Lust oder Unlust oder unseren Neigungen nach. Wir haben keine Lust früh aufzustehen, keine Lust zu frühstücken, oder grosse Lust als erstes am Morgen einen starken Kaffee zu trinken.

Wir haben keine Lust die Wohnung zu putzen oder zu arbeiten. Wenn wir schon arbeiten, dann wollen wir für möglichst wenig Arbeit möglichst viel Geld bekommen. Es gibt auch Menschen, die arbeiten ohne ein Gefühl für das rechte Mass. So kann Arbeit für sie zum Lebensinhalt werden, und sie bekommen viele Aspekte des Lebens dadurch nicht mehr mit. Nach Jahren haben sie dann ein Gefühl, etwas verpasst zu haben, und wissen nicht einmal genau, was es ist.

Menschen, deren Lebensinhalt Arbeit ist, konditionieren sich und ihren Körper zwölf Stunden und mehr zu arbeiten. Es ist ein Training, das sie mit sich durchführen. Im gesamten Arbeitsbereich funktionieren sie sehr gut. Doch haben diese Menschen oft auch noch Familie, das heisst einen Partner oder Partnerin und Kinder.

In den Augen der Umwelt sind diese Menschen fleissig und fürsorglich, denn ihren Angehörigen geht es finanziell gut. Doch was das physisch-psychische Wohlergehen der einzelnen Familienmitglieder betrifft, da haben sie oft keine Ahnung.

Vielleicht sagen Sie, es macht doch nichts, wenn ein Mensch nur für seine Arbeit lebt und an den Problemen seiner Familie keinen Anteil nimmt. Er nimmt oft noch Anteil am Leben seiner Mitarbeiter, aber wie es seiner Frau und seinen Kindern geht, weiss er nicht. Für die Familie ist das mitunter schmerzlich, und sie fühlen sich alleingelassen.

Dieser Vater und Mann weiss es nur mit seinem Alltagbewusstsein nicht. Unbewusst spürt er natürlich, dass etwas nicht stimmt. Nur ist es ihm unbequem, „sich auch noch um das seelische Wohl“ der Familie kümmern zu sollen. Er schiebt das Problem zur Seite, und sein Körper reagiert vielleicht mit Symptomen, wie Wochenendmigräne, Nacken-Schulter-Verspannungen, Bluthochdruck und vieles mehr.

Es kann auch geschehen, dass eines seiner Familienmitglieder plötzlich irgendwelche Symptome zeigt. Eine Familie besteht zwar aus einzelnen Menschen, alle zusammen bilden sie jedoch ein System. Dieses System funktioniert problemlos, solange alle miteinander im Einklang und im Wohlbefinden sind.

Hat dagegen ein Elternteil an ein Kind zu hohe Erwartungen, auch wenn diese nicht ausgesprochen werden, so kann das Kind bestimmte Symptome entwickeln. Diese werden dann häufig von einem Kinderarzt nur symptomatisch behandelt. Das heisst z.B., wenn ein achtjähriger Bub wieder nachts das Bett einnässt, wird der Kinderarzt den Jungen organisch untersuchen, um zu sehen, ob körperlich alles in Ordnung ist, er wird den Jungen auf Erkältung und Infektionen untersuchen. Dass der Junge in seiner Seele leidet, weil vielleicht zwischen seinen Eltern grosse Probleme bestehen, wird entweder spät oder überhaupt nicht erkannt.

Wie soll ein Mensch wissen, wie er sich richtig verhalten soll?

Viele der grossen Weltreligionen geben ihren Anhängern sogenannte Gesetze oder Lebensregeln. Manche Menschen empfinden das als Einschränkung ihres spontanen Lebens. Wir dürfen nicht vergessen, dass oftmals diese Gesetze einen Sinn hatten bzw. noch haben. Es wurden den Menschen, die eine neue Religion gründeten, die Einsicht, Intuition und Kraft gegeben, für die Zeit in der sie lebten und für das Bewusstsein ihrer Mitmenschen die passenden Lebensbedingungen und Botschaften zu bringen. Natürlich haben diese nach drei- oder viertausend Jahren nicht mehr alle ihre Gültigkeit.

Versuchen wir in den damals gegebenen Gesetzen für unsere heutige Zeit noch eine Bedeutung zu finden, so werden wir immer noch einiges, wichtiges entdecken. Heisst es in den christlichen zehn Geboten unter anderem: „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Hab und Gut“, so spricht Buddha: „Nimm nichts, was dir nicht gegeben wird.“ In beiden Geboten wird ungefähr dasselbe gesagt. Nur Buddha bezieht diese Worte auf sehr viel mehr, nicht nur auf das Eigentum im materiellen Sinn.

Wenn wir zufrieden sind, nehmen wir nichts, was uns nicht gegeben wird. Zufrieden zu sein, mit dem, was man hat, und mit dem, was man bekommt, ist das Ziel, das wir erreichen sollen. Wir sollen nichts erwarten, erzwingen oder uns heimlich nehmen. Wir werden innerlich entspannt und gelassen, wenn wir sein lassen können.

Wir Menschen sind es fast gewöhnt, mit Spannungen und inneren Widersprüchen zu leben. Wir, das heisst unser Denken ist in der Lage, unendlich viele Wünsche zu produzieren. Ist ein Wunsch erfüllt, steigt ganz sicher bald der nächste auf und will unbedingt befriedigt werden. Das Wünschen ist wie eine hundertköpfige Hydra. Schlägt man einen Kopf ab, so wachsen mindestens drei neue nach. Und wir bleiben unzufrieden. Auch das findet in unserem Denken statt, das heisst, in unserem Kopf.

Da unser Körper aber eine Einheit darstellt, fliesst dieses Gefühl von Unerfülltheit und Unzufriedenheit in den ganzen Körper. Die Schwachpunkte im Körper können irgendwann reagieren. Vielleicht entwickelt sich in uns Neid, weil andere etwas haben, was wir gerne hätten, aber nicht bekommen. Unsere Leber und Galle reagieren, und eines Tages sind wir „gelb vor Neid“, wie der Volksmund sagt.

Man könnte denken, es sei ganz leicht, mit sich und seiner Umwelt im Einklang zu leben. Denn wenn wir das tun, sind wir doch in Harmonie, und diese hat wiederum ihre Wirkung auf unseren Körper.

Bis jetzt können uns unsere Mitmenschen noch ganz leicht aus der Fassung bringen. Der Nachbar setzt nach zweiundzwanzig Uhr noch seine Bohrmaschine in Betrieb, oder der Hund im Nebenhaus bellt zur „Unzeit“, die Kollegin will uns eins auswischen und macht sich an den Chef heran. Unsere alte Mutter oder der Vater mäkelt an allem herum, was wir für sie tun. Das alles und noch viel mehr können Gründe sein, sich zu ärgern. Wie gesagt, können. Es muss aber nicht so sein.

Wenn wir in uns eine Insel des Friedens schaffen, können wir genügend Abstand zu den Problemen und zu unseren persönlichen Wünschen bekommen. Im Grunde machen wir uns oft die Probleme der anderen zu unseren eigenen. Wenn wir Situationen, die wir nicht ändern können, annehmen, so akzeptieren, wie sie sind, und zufrieden bleiben, so sind wir ein ganzes Stück auf unserem Wege weitergekommen. Wir lassen uns dann nicht durch Dinge aus unser Ruhe bringen, die es nicht wert sind.

Regen wir uns über Situationen auf, die wir ändern wollen aber nicht können, so steigt unser Blutdruck, und unser Körper kann sich verhärten, oder auch unser Magen kann extrem reagieren. Wir leiden dann unter physischen, teilweise sehr unangenehmen Symptomen, haben aber die Situation überhaupt nicht geändert. Das heisst, wenn wir etwas haben wollen, was wir nicht bekommen, können wir aus Ärger krank werden. Wir wollen, dass die Menschen sich so verhalten, wie wir es für richtig halten. Wir wollen, dass sich Situationen so entwickeln, dass es für uns angenehm und vorteilhaft ist.

Nun ist das Leben eben sehr viel komplexer und funktioniert nicht so auf Knöpfchendruck mit einem völlig angenehmen, problemlosen Programm. Wir bekommen genau die Schwierigkeiten, die wir brauchen, um bestimmte Qualitäten zu entwickeln, um innerlich zu wachsen, und frei zu werden von Unwichtigkeiten. Selbst wenn wir endlich gelernt haben, in den meisten Situationen gelassen zu bleiben, braucht unser Körper noch viel längere Zeit, um diese Ruhe und Gelassenheit in sich zu verwurzeln. Mit sich im Einklang zu sein ist ein Ziel, das wir anstreben und verwirklichen können.

mehr dazu: Karmische Selbstheilung